Sportrecht

Prozessbeginn gegen Radprofi Stefan Schumacher am 10. April

Am Mittwoch beginnt der Prozess gegen den Radprofi Stefan Schumacher vor dem Landgericht Stuttgart. Dabei handelt es sich um einen Präzedenzfall: Zum ersten Mal steht in Deutschland ein überführter Dopingsünder wegen Betruges vor Gericht. Stefan Schumacher soll im Juni 2008 im Dienste des Teams Gerolsteiner seinem Chef Michael Holczer die Einnahme von Dopingmitteln verschwiegen haben. Nachdem Schumacher im Oktober 2008 positiv getestet wurde, kündigte Gerolsteiner den Vertrag und verlangt nun den in den 3 Monaten gezahlten Lohn in Höhe von 150.000 Euro zurück. Außerdem muss sich Schumacher ab Mittwoch vor dem Strafgericht verantworten.

Strafrechtlich interessant und letztendlich entscheidend wird die Frage sein, ob Schumacher den Straftatbestand des Betruges tatsächlich erfüllt hat. Das Landgericht wird die Frage klären müssen, ob Schumacher durch Vorspiegelung falscher Tatsachen bei seinem Teamchef Michael Holczer einen Irrtum erregt hat. Schumacher selbst argumentierte in einem Spiegel – Interview in der vergangenen Woche, dass bei Holczer kein Irrtum vorgelegen haben könne, da er von der Einnahme des Dopings gewusst habe und so keine Fehlvorstellung über Tatsachen bei ihm erweckt werden konnte. Dies ist aber eine der Grundvoraussetzungen des Betruges im Sinne des § 263 StGB. Holczer, der hinter der Schumacher-Beichte Prozess-Strategie vermutet, wies die Vorwürfe jedoch zurück. „Das ist völlig aus der Luft gegriffen„, sagte der Ex-Teamchef und sprach von „taktischen Anschuldigungen„.

Dr. Steffen Lask

Schadensermittlung beim Sportwettenbetrug

Mit der Frage der Schadensermittlung beim Sportwettenbetrug hatte sich im Dezember letzten Jahres der BGH zu befassen. Der BGH bestätigt zunächst, dass die Angeklagten durch die Abgabe der Wetten gegenüber den Wettanbietern konkludent der Wahrheit zu Wider erklärt haben, dass der Verlauf oder der Ausgang des gewetteten Spiels von ihnen nicht beeinflusst worden sei. Zu der Ermittlung des Schadens führt der BGH aus, dass in denjenigen Fällen, in denen die Wettanbieter den entsprechend der vereinbarten Quote berechneten Gewinn ausbezahlt haben, ein Vermögensverlust in Höhe der Differenz zwischen Wetteinsatz und Wettgewinn und somit ein vollendeter Betrug und ein Schaden in dieser Höhe vorliegt. Bereits mit Abschluss des Wettvertrages ist der Betrug zum Nachteil des Wettanbieters anzunehmen.

Der BGH stellt weiterhin klar, dass es auf die Frage, ob die Manipulationen tatsächlich den Ausgang der betroffenen Spiele beeinflusst haben, nicht ankommt. Entscheidend ist vielmehr, dass die Wettanbieter Wetten auf manipulierte Spiele nicht angenommen hätten. Ausschlaggebend für den Vermögensschaden auf Seiten der getäuschten Wettanbieter ist, dass bei objektiver Betrachtung die von ihnen gegenüber den Wettenden eingegangene – infolge der Manipulationen mit einem erhöhten Realisierungsrisiko behaftete – Verpflichtung zur Auszahlung des vereinbarten Wettgewinns nicht mehr durch den Anspruch auf den Wetteinsatz aufgewogen wird. Dabei ist es außerdem irrelevant, dass die Wettanbieter in der Gesamtschau durch den Abschluss anderer Wetten gar keinen Verlust erlitten haben, denn die dem Wettanbieter verbleibenden Wetteinsätze verlorener Wetten stellen im Verhältnis zu den manipulativ agierenden Wettgewinnern keine schadenskompensierenden Ausgleich dar.

BGH, Urt. v. 20. 12. 2012 – 4 StR 55/12 (LG Bochum)

Dr. Steffen Lask

„Champions 2012“ – Juniorsportler des Jahres 2012

Im Rahmen der Sportgala „Champions 2012“ wurden am 8.12.2012 die Berliner Sportler des Jahres 2012 geehrt.

ECOVIS hat wiederholt den Preis für die Juniorsportler des Jahres 2012 gestiftet und
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Sperre gegen Karabatic aufgehoben

Handballstar Nikola Karabatic muss keine Sechs-Spiele-Sperre absitzen. Der französische Verband hob die Sperren gegen Karabatic und seine beiden ehemaligen Mitspieler Dragan Gajic und Issam Tej in der Berufung auf. Es bleiben Zweifel an der Beteiligung der Spieler, hieß es von Seiten des Berufungsgerichts. Karabatic, Gajic, Tej sowie sechs weitere Spieler stehen unter Verdacht, in eine mögliche Manipulation einer Partie ihres damaligen Clubs Montpellier HH verwickelt gewesen zu sein. Auf eine Niederlage des französischen Meisters im Auswärtsspiel beim abstiegsgefährdeten Club Cesson-Rennes am 12. Mai 2012 waren 87.880 Euro gesetzt worden, ein 40fach höherer Wert als gewöhnlich.

Unabhängig von der Entscheidung des Sportgerichts laufen gegen die Spieler Strafverfahren wegen Betruges. Ihnen drohen bis zu 5 Jahren Haft und Geldstrafen.

Dr. Steffen Lask

Zeuge entlastet Ex-Manager Schwenker

Am zweiten Hauptverhandlungstag im neu aufgelegten Strafprozess gegen den ehemaligen Manager des Handballbundesligisten THW Kiel, Uwe Schwenker wegen des Vorwurfs der Untreue ist Schwenker durch die Aussage eines Zeugen weiter entlastet worden. Der ehemalige THW-Gesellschafter Gernot Wegner sagte vor der Wirtschaftskammer des Kieler Landgerichts aus, dass es „schon vorher zwei- bis dreimal vorgekommen sei, dass Noka Serdarusic um Darlehen und Vorschüsse gebeten habe“. Das sei gängige Praxis und nie ein Problem gewesen, so Wegner.

Zuvor hatte der ehemalige Gesellschafter Hubertus Grote Schwenker entlastet. Das Gericht verzichtet auf Serdarusic als Zeugen wegen dessen Aussageverweigerungsrechts. Damit wird ein Freispruch Schwenkers am 10. April immer wahrscheinlicher.

Dr. Steffen Lask

Zehn Monate Haft ohne Bewährung für Milan Sapina

Das Bochumer Landgericht verurteilte heute im vierten Prozess um den Fußball-Wettskandal von 2009 Milan Sapina wegen Beihilfe zu versuchtem Betrug zu zehn Monaten Haft ohne Bewährung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 47-Jährige an Wetten auf mutmaßlich manipulierte Spiele in der Türkei und Österreich beteiligt war. Dabei habe er einen Wettgewinn von 5.700 € verzeichnen können. Da Sapina bereits 2005 vom Landgericht Berlin wegen seiner Verwicklung in den Bestechungsskandal um DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer zu einer Strafe von 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden war, kam eine erneute Bewährungsstrafe für die Bochumer Richter nicht mehr in Frage. Sapina erklärte gegenüber Spiegel online, er sei unschuldig und kündigte an, Revision gegen das Urteil einzulegen.

Der Fall seines Bruders Ante, der im Mai 2011 zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden war, muss nach einer Revision durch den Bundesgerichtshof teilweise neu verhandelt werden.

Dr. Steffen Lask

 

UEFA lehnt Schalke Einspruch ab

Bereits in der vergangenen Woche berichteten wir über den Einspruch von Schalke 04 gegen die Spielwertung des Champions League Hinspiels gegen Galatasaray Istanbul (1:1). Dieser wurde nun von der UEFA abgelehnt. Nachdem Schalke Zweifel an der Spielberechtigung des Ivorers Didier Drogba für die Türken geäußert hatte, haben die Ermittlungen der UEFA ergeben, dass Galatasaray seine Spielberechtigung form- und fristgerecht beantragt hatte. Damit bleibt das Ergebnis bestehen. Das Rückspiel findet am 12.03.2013 in Gelsenkirchen statt.

Dr. Steffen Lask

Alemannia Aachen muss Trainerstab weiter beschäftigen

Nachdem Alemannia Aachen in der Hinrunde der 3. Liga eine bittere 1:3 Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers erlitten hatte, kündigte Manager Uwe Scherr den drei Trainern Aussem, Burlet und Spillmann am 03.09.2012. Das Aachener Arbeitsgericht hielt die Kündigungen für unwirksam. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Als Alemannia Aachen in der vergangenen Saison aus der 2. Bundesliga abstieg, hatte der Verein mit Aussem und Burlet eine Klausel vereinbart, die es vorsah, im Kündigungsfall jeweils drei Bruttomonatsgehälter zu zahlen. Im Gegenzug sollten die Trainer auf das Erheben von Kündigungsschutzklagen verzichten. Das Arbeitsgericht hielt diese Klausel für unwirksam: „Dem Arbeitnehmer wird in unzulässiger Weise das gesetzlich verbriefte Recht entzogen, sich gegen unberechtigte Kündigungen zu Wehr zu setzen.“ Auch die Gründe für die verhaltensbedingte Kündigung seien nach Ansicht des Arbeitsgerichts zu pauschal. Der beklagte Verein hatte „taktische Fehler und Erfolglosigkeit“ vorgetragen und ausgeführt, dass sich zwei Drittel der Mannschaft gegen den Trainer ausgesprochen hätten.

Sofern das Urteil rechtskräftig wird, könnte der klagende Trainerstab aus dem Urteil die Weiterbeschäftigung bis zum 30. Juni 2014 durchsetzen. Der insolvente Verein müsste sie dann wieder einstellen, ohne sie bezahlen zu können. Und das obwohl Trainer Aussem mit Viktoria Köln längst einen neuen Arbeitgeber gefunden hat.

Dr. Steffen Lask

Schalke legt Einspruch gegen Achtelfinalspiel ein

Nach dem 1:1 gegen Galatasaray Istanbul im Achtelfinal Hinspiel der Champions League, legt Schalke 04 Einspruch gegen das Spiel ein. Der Grund dafür seien Zweifel an der Spielberechtigung Didier Drogbas, der erst im Winter von Shanghai Shenhua nach Istanbul gewechselt war, obwohl sein Vertrag in China noch bis 2014 laufen sollte. Der Weltverband Fifa hatte dem Ivorer zwar eine vorläufige Einsatzerlaubnis für Liga und Europacup erteilt. Sein ehemaliger Verein aus Shanghai hatte hiergegen aber protestiert, da der Wechsel Drogbas gegen den Willen des chinesischen Vereins geschehen sei und somit ein Verstoß gegen die Transferregeln der Fifa vorliege. Drogba hingegen behauptet, der Vertrag sei nichtig, da er seit 3 Monaten kein Gehalt mehr erhalten habe.

Es wird nun geprüft werden müssen, ob die Meldung Drogbas fristgerecht am 01.02.2013 sowohl bei der Uefa als auch die Spielberechtigung für die K.o. Phase der Champions League vorgelegen haben. Das Rückspiel findet am 12.03.2013 in Gelsenkirchen statt.

Dr. Steffen Lask

Olympiastar Pistorius unter Mordverdacht

Oscar Pistorius, der mehrfach Gold bei den Paralympischen Spielen holte, steht unter Verdacht, seine Freundin in seinem Haus in Pretoria erschossen zu haben. Die südafrikanische Polizei hat Ermittlungen eingeleitet. Das Haus des 26-jährigen liegt in einer gesicherten Gegend, einer sogenannten Gated Community. Südafrika hat eine der höchsten Kriminalitätsraten der Welt. Viele Hausbesitzer haben Waffen, um sich gegen Eindringlinge zu verteidigen. Auch im Haus des erfolgreichen Leichtathleten wurde eine 9-Millimeter-Pistole gefunden.

Die Frau wurde nach Polizeiberichten mit vier Schüssen an Arm und Kopf getroffen. Eine Freilassung gegen Kaution komme nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht in Frage, da es in der Vergangenheit bereits Vorfälle häuslicher Gewalt Im Haus Pistorius gegeben habe.

Pistorius hatte im vergangenen Sommer bei den Olympischen Spielen von London sportlich Geschichte geschrieben. Als erster beidseitig amputierter Athlet nahm er an Olympischen Spielen teil. Der Leichtathletik Weltverband IAAF sah in den Karbonstelzen, auf denen Pistorius lief, einen unzulässigen Wettbewerbsvorteil und erteilte dem Südafrikaner 2008 in Peking keine Starterlaubnis. Seine Teilnahme in London 2012 war erst möglich geworden, nachdem er gegen die Entscheidung des IAAF vor den Sportgerichtshof in Lausanne gezogen war und gewann. Pistorius gilt als Star unter den Behindertensportlern. Die Zeitschrift „Time“ nahm ihn im vergangenen Jahr sogar in die Top 100 der einflussreichsten Menschen weltweit auf.

Dr. Steffen Lask