Sportrecht

Atlético Madrid zu knapp 10 Mio Euro Strafe verurteilt

Ein Gericht in Madrid hat den spanischen Erstligisten zu einer herben Strafe verurteilt. Weil der Club einen Medienvertrag nicht eingehalten haben soll, muss er nun eine Geldstrafe von fast 10 Mio Euro zahlen. Anfang 2010 hatte Atlético ein Abkommen mit dem Medienunternehmen Mediapro unterzeichnet, dann aber nicht erfüllt, berichteten spanische Medien unter Berufung auf Justizkreise. Stattdessen habe der Verein im Juni 2012 seine TV-Rechte an die Firma Digital+ verkauft.

Atlético will nun Einspruch gegen das Urteil einlegen, da man sich im vergangenen Jahr bei einer Sitzung mit Mediapro-Vertretern geeinigt hatte, dass das Unternehmen nicht juristisch gegen den Verein vorgehen werde, auch wenn er nachträglich seine Rechte an Digital+ verkauft.

Dr. Steffen Lask

Doping im australischen Sport weit verbreitet

Nach einer einjährigen Untersuchung kam die australische Verbrechens-Kommission zu einem erschreckenden Resultat: Doping sei im australischen Sport nicht nur weit verbreitet, es gebe außerdem Verbindungen des Sports zur organisierten Kriminalität. „Die Ergebnisse sind schockierend und werden die australischen Sportfans abstoßen“, so die Justizministerin Jason Clare in der Hauptstadt Canberra.

In dem am 07.02.2013 vorgestellten Bericht wird deutlich, dass sowohl Sportwissenschaftler, Betreuer und Trainer als auch Doktoranden und Apotheker an der Versorgung mit Dopingmitteln beteiligt waren. Dabei wurden neben den üblichen Doping-Mitteln Substanzen verwendet, die für den menschlichen Gebrauch gar nicht zugelassen sind, heißt es in dem Bericht. Diese Substanzen wurden häufig von kriminellen Organisationen beschafft, die unter anderem wohl auch für Wettmanipulationen verantwortlich sind. Ob dabei auch Rugby als die beliebteste Sportart der Australier betroffen ist, ist noch unklar. Die australische Rugby League hat bereits reagiert und einen Bundesrichter im Ruhestand damit beauftragt, Spieler und Clubs auf die Vorwürfe hin zu untersuchen.

Dr. Steffen Lask

Boxstall – Universum – Insolvenzantrag

Der Geschäftsführer des Hamburger Boxstalls Universum, Waldemar Kluch hat nach eigenen Angaben Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Kluch hatte vor einiger Zeit Gesellschaftsanteile und die Geschäfstführung von dem früheren Promoter Klaus-Peter Kohl übernommen, mit dem er sich seit einiger Zeit in rechtlichen Auseinandersetzungen befindet. Der eine – Kohl – wartet auf die Zahlung einer Restkaufsumme, der andere – Kluch – stellt eine Klage auf Rückabwicklung des Kaufvertrages in Aussicht und erhebt Vorwürfe.

Vorwürfe erhebt auch ein früherer Boxer gegen Kluch. Ex-Weltmeister Sebastian Zbik wartet bis heute nach eigenen Angabe auf eine vereinbarte Kampfbörse in Höhe von € 190.000,00. Er hat wohl Strafanzeige gestellt.

Auf einer Pressekonferenz verwies Kluch darauf, dass einige Athleten-Verträge mit anderen Gesellschaften weitergeführt würden, in denen er Geschäftsführer sei. Andere Boxer müssten sich freikaufen. Hierzu zähle Kluch den Schwergewichtler Denis Boizow. Ansonsten würde dieser bis 2016 nicht boxen können.

Diese Rechtsauffassung ist – um es milde auszudrücken – gewagt. Entscheidend ist allein, mit wem Boizow den Vertrag geschlossen hatte. Ist es der Boxstall Universum, dann dürfte Herrn Kluch vom Moment der Insolvenz-Antragstellung die Handhabe für die Forderung nach einer „Freikaufsumme“ fehlen. Das sieht für die Übernahme der Verträge mit anderen Boxern ähnlich aus, es sei denn, die Boxer haben bereits der Vertragsauflösung im Vorfeld mit Universum und einem neuen Vertragsschluss zugestimmt. 

Dr. Steffen Lask

Rechtsanwalt

Deutsche Sportförderung – Robert Harting kritisiert – Vorsitzende des Sportausschusses fordert breite Debatte

Der Deutsche Olympische Sportbund gerät zu Recht weiter in die Kritik wegen seines Festhaltens an der bisherigen Förderpraxis und den sog. Zielvereinbarungen, die bereits während der Olympischen Spiele in London für Diskussionen gesorgt hatten. Neben dem Diskus-Olympiasieger Robert Harting wurde Kritik laut u.a. vom Deutschen Tischtennis-Bund. Immerhin ergreift auch die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Dagmar Freitag (SPD) in dieser Auseinandersetzung das Wort und verweist darauf, dass wohl ein Bedürfnis nach breiter angelegter Debatte besteht, als bisher praktiziert. Die Kritik von Harting kontert der DOSB-Generaldirektor Vesper damit, dass Harting „offenkundig polemisch und auf falschen Fakten basierend argumentiert„.

Wer bitte ist polemisch in seiner Argumantation, wenn gegenüber Leistungssportlern der Vorhalt gemacht wird und zwar vom Präsidenten des DOSB, Dr. Bach, man solle doch „Lottospielen„? Wenn, dann kontert Harting lediglich Polemik mit Polemik.

Wir hatten darüber berichtet. Neben Harting gibt es eine Reihe namhafter Spitzenathleten, die sich der Kritik angeschlossen haben. Auch der Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink gehört dazu.

Dr. Steffen Lask

Rechtsanwalt

 

Die Bayerischen Triathleten sind raus!

Der außerordentliche Verbandstag der Deutschen Triathlon Union (DTU) endete mit dem Ausschluss des Bayerischen Triathlon Verbandes (BTV) aus dem nationalen Spitzenverband. Das ist bemerkenswert, weil kein alltäglicher Vorgang innerhalb der deutschen Vereinsstruktur. Zur Begründung verweist die DTU auf die Nichtanerkennung der satzungsgemäßen Beitragspflichten durch die Bayern. Angeblich gäbe es Beitragsrückstände für die Jahre 2009 bis einschließlich 2011. Zuletzt war der BTV kläglich vor Gericht gescheitert. Anwaltlich vertreten wurde der bayerische Verband durch die frühere Prädsidentin der DTU, Frau Rechtsanwältin Wisser und ihren Kollgen, den früheren Vizepräsidenten der DTU, Dr. Eckert.

In Bayern scheinen Spitzfenunktionäre am Werk zu sein, die obendrein noch richtig gut beraten sind!

Der Sprecher der Landesverbände, Björn Steinmetz wird mit Blick auf den im Oktober in Bayern stattfindenden Verbandstag zitiert: „Letztlich haben es die Vereine selbst in der Hand, auf dem dortigen Verbandstag im Oktober zu entscheiden, welchen Weg sie künftig gehen wollen.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Bleibt abzuwarten, wie sich die Bayernn entscheiden.

Dr. steffen Lask

Rechtsanwaslt

Strafbefehl gegen früheren Team-Telekom Arzt rechtskräftig

Der von der Staatsanwaltschaft gegen den Mediziner Andreas Schmid beantragte Strafbefehl ist nach Medienberichten am 11.09. rechtskräftig geworden. Schmid – der die früheren Profi-Rennställe der Teams Telekom und T-Mobile medizinisch betreute – hat gegen den Strafbefehl keinen Einspruch eingelegt. Er ist wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Diese Geldstrafe bemisst sich nach Tagessätzen und der einzelne Tagessatz am Nettoeinkommen des Verurteilten. Schmid ist zu 90 Tagessätzen verurteilt worden. Er darf sich bei dieser Verurteilung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen nach dem Bundeszentralregistergesetz weiterhin als nicht vorbestraft bezeichnen, weil eine solche Geldstrafe nicht in das Führungszeugnis eingetragen wird. Dennoch ist es eine Geldstrafe, die in dieser Höhe verhängt wurde, weil nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Freiburg Schmid ein Geständnis abgelegt haben soll. Unklar bleibt, wem Schmid die insgesamt vorgeworfenen fünf Dosen EPO verabreicht oder beschafft hat. Allein das wäre interessant gewesen. Soweit ging die Aufklärung nun doch nicht.

Nunmehr sind staatsanwaltschaftlichen Akten wohl auf dem Weg NADA, die beabsichtigt zu prüfen, ob weitere sportrechtliche Sanktionen gegen wen auch immer möglich erscheinen.

Wir werden berichten.

 

Dr. Steffen Lask

Rechtsanwalt

DOSB und Bundesinnenministerium wehren sich weiter gegen Veröffentlichung der „Zielvereinbarung“

Der Streit um die Veröffentlichung der Zielvereinbarung von Medaillenvorgaben bei Olympischen Spielen geht in die nächste Runde. Sowohl das Bundesinnenministerium als auch der DOSB verfolgen beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) ihre Rechtsansicht weiter und wehren sich vehement gegen die Veröffentlichung der Zielvereinbarung, die von Journalisten der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ erstritten worden war und noch während der Olympischen Spiele in London für Aufsehen gesorgt hatte. Wenn der Innenminister Friedrich zutreffend zitiert wird, dann hätte das Gericht alle Sportverbände fragen müssen, ob das jeweilige Medaillenziel veröffentlicht werden dürfe.

Diese Argumentation erschließt sich nicht ohne weiteres. Warum sollten sämtliche Verbände miteinbezogen werden ? Es handelt sich doch wohl um eine Vereinbarung zwischen dem DOSB und dem Bundesinnenministerium. Der DOSB nimmt für sich in Anspruch – was auch gut so ist – dass er die Fachverbände in der Vereinbarung u.a. über die Finanzierung des Sports mit dem Bund vertritt. Was spricht tatsächlich gegen eine Veröffentlichung ? Mal abwarten, ob das OVG Gründe erkennt, die gegen eine Offenlegung sprechen.

 

Dr. Steffen Lask

Rechtsanwalt

Sportförderung vs. „Zielvereinbarung“

Wer hat nicht die Rabulistik verfolgt, mit der die Herren Sportfunktionäre Michael Vesper und Dr. Thomas Bach in Interviews erklärt haben, was sie in der Öffentlichkeit nicht sehen oder gar diskutieren wollten ? Die Auslegungsmethoden, mit denen der Kollege Dr. Bach den Begriff der „Zielvereinbarung“ interpretiert und klargestellt wissen will, dass es sich insoweit eher um „abstrakte Potenziale“ handle, sind merkwürdig. Was ist am Begriff „Zielvereinbarung“ irreführend ? Offensichtlich ist der DOSB doch nicht im Konsenz mit „seinen“ Fachverbänden, wie das durch Dr. Bach betont wurde.  Es mehren sich die Stimmen aus den Fachverbänden, die da verlautbaren, dass sie von dieser Ziel-Vereinbarung des DOSB und des Bundesinnenminsteriums keine Kenntnis hatten. Im Nachhinein typisch und durch die Zielvereinbarung an sich nicht gerechtfertigt, ist die öffentliche Einschätzung derer, die da Zufriedenheit über das Erreichte äußern.

Und bitte: In diesem Kontext betrachten wir nochmals das echauffierte Äußern des DOSB-Präsidenten Dr. Bach im Zusammenhang mit den Forderungen von Athleten nach sozialer Absicherung. Die Aussage eines Sportlers – ich meine es war der Silbermedaillengewinner im Keirin, der Bahnradsportler Maximilian Levy, der da sinngemäß äußerte, er sei nicht Dank der Förderung, sondern trotz der Förderung erfolgreich in London gewesen, ist bemerkenswert. Das mag überspitzt klingen, hat aber einen wahren Kern.

Die Diskussion tut gut. Sie muss weitergehen und durchaus zu Veränderungen führen, wenn wir in der Erwartung sportlicher Erfolge die Deutschen Nationalmannschaften in der Zukunft weiter begleiten.

 

Dr. Steffen Lask

Rechtsanwalt

Judoka Ole Bischof kritisiert deutsches Olympia-Pämiensystem

Der Silbermedaillengewinner von London und Olympiasieger von Peking, der Judoka Ole Bischof kritisiert die finanzielle Honorierung der deutschen Medaillengewinner. Er reagiert damit offensichtlich auf Äußerungen des Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Dr. Thomas Bach. Bach wird zitiert mit der Bemerkung, dass es nicht darum gehe, Olympiasiegern eine lebenslange Versorgung zu garantieren. Bach sprach wohl die Empfehlung aus, eher Lotto zu spielen, als den Leistungssport mit der Zielsetzung zu beginnen, durch einen Olympiasieg ausgesorgt zu haben.

Sind das Äußerungen, die man vom Präsidenten des DOSB auf die berechtigte und nachvollziehbare Kritik von Athleten erwarten darf ? Man ist geneigt, von einem falschen Zitat auszugehen. Äußert sich in diesen von Sarkasmus zerfressenen Bemerkungen nicht die vielerorts von Sportlern gegenüber Funktionären monierte Abgehobenheit ? Ist es tatsächlich so vermessen und von Gier getragen, wenn Athleten sich um ihre soziale Absicherung sorgen ?

Ich meine nicht. Deutschland hat Verantwortung für seine Athleten und ist sich dieser sicher auch bewusst.

 

Dr. Steffen Lask

Rechtsanwalt

Doppelvierer in London ohne Karsten Brodowski

Die olympischen Ruderwettkämpfe sind in vollem Gange. Der Berliner Ruderer, Karsten Brodowski, ein national und international sehr erfolgreicher Athlet ist nicht dabei. Das ist umso bedauerlicher, weil er den Nominierungsrichtlinien des Deutschen Ruderverbandes (DRV) und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) folgend im Doppelvierer der Männer hätte berücksichtigt werden müssen. Eine Berücksichtigung hat es trotz der hervorragenden Leistungen in den entscheidenden Nominierungsregatten nicht gegeben. Er ist schlicht übergangen worden. Die Argumentation, mit welcher seine Nichtnominierung begründet wurde, ist haarsträubend und an Ignoranz seiner sportlichen Leistungen kaum zu überbieten. In eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem DRV bzw. dem DOSB wollte sich K. Brodowski, der bis zuletzt an eine sportlich faire Entscheidung des Verbandes geglaubt hat, nicht begeben.

Selbst ein letztes Ausscheidungsrennen unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Ratzeburg, in welchem Brodowski den als Ersatzmann nominierten Mathias Rocher ein weiteres Mal klar dominierte und sich lediglich Marcel Hacker geschlagen geben musste, brachte dem Berliner nicht das ersehnte Olympiaticket. Für den Doppelvierer hatte der DRV K. Brodowski offensichtlich – entgegen früherer Zusagen – nie im Fokus, aber auch als Ersatzmann wurde ihm ein anderer – nämlich M. Rocher – vorgezogen.

Die Medien haben über diesen Fall, den wir juristisch begleitet haben, zuletzt mehrfach berichtet.

http://de.eurosport.yahoo.com/blogs/sigi-heinrich/schluss-selbstherrlichkeit-172117639–spt.html?ref=nf

http://www.sueddeutsche.de/sport/deutsche-ruderer-vor-olympia-klage-gegen-den-vorstand-1.1412759

http://www.focus.de/sport/olympia-2012/rudern-unruhe-im-deutschen-ruderverband_aid_781691.html

http://www.zeit.de/news/2012-07/20/sport-news-unruhe-im-deutschen-ruderverband-haelt-an-20144204

 

Dr. Steffen Lask

Rechtsanwalt