Fußball

RB Leipzig geht in die nächste Instanz

Der sportlich aufgestiegene RasenBallsport Leipzig hat, nachdem eine erste Beschwerde abgelehnt wurde, fristgerecht erneut Beschwerde gegen die Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingelegt. Bereits am Donnerstag tagt der Lizenzierungsausschuss, um über den wiederholten Einspruch zu entscheiden. Das Bestreben soll nach wie vor eine Einigung sein. Die Parteien sollen sich auf einen Gesprächstermin geeinigt haben.

Endgültiges Ultimatum ist allerdings der 28. Mai 2014. Bis dahin müssen die Lizenzen für die kommende Spielzeit stehen. Sollte RB Leipzig die Lizenz verwehrt bleiben, könnten die Leipziger vor das Ständige Schiedsgericht für Lizenzvereine und Kapitalgesellschaften ziehen. Ralf Rangnick, Sportdirektor des ambitionierten Fußballklubs, zeigt sich optimistisch: „Wir sind weiter in Gesprächen. Ich habe immer gesagt, dass wenn wir den Aufsteig sportlich schaffen, wir nächstes Jahr auch in der zweiten Liga spielen werden. Dazu stehe ich nach wie vor.“

Angesichts der juristisch kritischen Auflagen seitens der DFL ist das Vorgehen des RB Leipzig erfolgsversprechend. Abzuwarten bleibt, ob sich die DFL ebenfalls hartnäckig zeigt und weiterhin auf Veränderung des Vereinsemblems, Mitgliedsbeitragssenkung und unabhängigere Besetzung der Führungsgremien beharrt.

Dennis Cukurov / Prof. Dr. Steffen Lask

RasenBallsport Leipzig droht Lizenzentzug

Kürzlich schaffte der RB Leipzig den Aufstieg in die 2. Bundesliga und machte damit den Durchmarsch aus der Regionalliga in die zweithöchste Spielklasse Deutschlands perfekt. Nun droht das Aus. Die für die Lizenzierung der beiden höchsten nationalen Ligen verantwortliche Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Beschwerde des Leipziger Erfolgsklubs gegen die auferlegten Auflagen abgelehnt. Dietrich Mateschitz, Geschäftsführer von Red Bull, nimmt die Ablehnung mit „Fassungslosigkeit und Unverständnis“ zur Kenntnis. „Vielleicht will man ganz einfach nicht, dass wir mit Leipzig an der Bundesliga teilnehmen“, so Mateschitz.

Eine Lizenz für die Zweite Liga für die Spielzeit 2014/15 soll lediglich unter den Auflagen, das Vereinslogo vom Red-Bull-Unternehmenslogo abzugrenzen, den Mitgliedsbeitrag zu senken und die Führungsgremien anders zu besetzen, sodass in der Vereinsführung keine Mehrheit von Red-Bull-Funktionären mehr vorläge, erteilt werden.

Die Auflagen wirken ergebnisorientiert und lassen sich aus juristischer Perspektive auf den ersten Blick schwer nachvollziehen. Zwar hat sich der Lizenznehmer gemäß § 4 Nr. 3 Lizenzordnung (LO) der DFL dem Regelwerk des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) und damit auch der allgemeinen Vorschrift, das Vereinsemblem frei von Werbung zu halten, zu unterwerfen. Allerdings erteilte der DFB dem RB Leipzig erst Mitte April problemlos eine Drittligalizenz. Damit dürfte es keinerlei Bedenken im Bezug auf das Vereinslogo gegeben haben. Die abweichende Auffassung der DFL erscheint unter diesem Aspekt unplausibel. Ebenso kritisch ist die Auflage der Beitragssenkung. Sie widerspricht der in Artikel 9 Grundgesetz (GG) verankerten Vereinsautonomie. Lediglich das Argument der Sittenwidrigkeit könnte bei einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 800 EUR vorgebracht werden. Demnach müsste die Beitragshöhe gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht denkenden Menschen verstoßen. Dies bleibt zweifelhaft. Schließlich bemängelt die DFL, beim RB Leipzig stehe die Zusammensetzung der Führungsriege nicht im Einklang mit den DFB-Statuten. So ist nach der 50+1-Regel, welche in § 16c Abs. 2 der Satzung des DFB verankert ist, Kapitalanlegern verboten, die Stimmenmehrheit bei der vom Fußballverein ausgegliederten Kapitalgesellschaft innezuhaben. Der RasenBallsport Leipzig e.V. ist hingegen, wie der Namenszusatz schon sagt, ein Verein und keine Kapitalgesellschaft.

Sollen durch die Auflagen lediglich Hürden für den aufstrebenden und finanzstarken RB Leipzig geschaffen werden? Leider ist das Verfahren nicht hinreichend transparent, als dass solch eine Frage ernsthaft aufgeworfen werden könnte. Bleibt abzuwarten, ob sich die ambitionierten Leipziger den Auflagen beugen, um das heiß ersehnte Ziel der 1. Bundesliga alsbald zu erreichen oder auf rechtlichem Wege um die Lizenz ringen werden.

Dennis Cukurov / Prof. Dr. Steffen Lask

Organisierte Kriminalität im Fussball

Spieleverschieber Wilson Raj Perumal wurde in Finnland, wo er bereits 2011 wegen Spielemanipulation und Wettbetrugs verhaftet wurde, erneut von den Behörden festgenommen. Die Festnahme beruht diesmal auf einem Haftbefehl, welcher von Singapur erwirkt wurde. Damit droht dem Tamilen die Abschiebung nach Asien. Perumal, welcher mehrfach vorbestraft ist, hat in Singapur eine fünfjährige Haftstrafe anzutreten. Grund ist die Schlägerei mit einem Sicherheitsmann vor einigen Jahren. Ein Gericht soll nun in den kommenden Tagen entscheiden, ob Perumal nach Singapur abgeschoben wird. Interessant für das Verfahren der Auslieferung ist, dass der Tamile Kronzeuge in einem Wettbetrugs-Prozess in Ungarn ist. Folglich befindet er sich in einer Art reduziertem Zeugenschutzprogramm. Die Frage, welche sich in Verbindung mit diesem Programm stellt: „Kann Perumal aufgrund des Schutzes in Ungarn ungestraft weitere Straftaten begehen?“

Die ungarischen Behörden erklärten zur Möglichkeit der Ahnung weiterer Straftaten folgendes: „Er ist Zeuge in diesem Prozess. Aber wenn die Polizei und Staatsanwaltschaft gegen ihn neue Ermittlungen eröffnen, kann er erneut angeklagt werden.“ Die Aussagen von Wilson Raj Perumal sorgten für eine weltweite Verhaftungswelle.

Der Sumpf der Wettmanipulationen erstreckt sich über die ganze Welt. Sowohl in Australien, Asien, Afrika, Amerika als auch in Europa ist die millionenschwere organisierte Kriminalität im Bereich des Fußballs anzutreffen. Sämtliche Ligen und Klassen, seien es nun Amateurpartien, Jugendfussball-, die Champions-League- oder WM-Qulifikationensspiele, sind von der Verschieberei betroffen.

Prof. Dr. Steffen Lask

Sportrecht vs. Zivilrecht

Seit nunmehr sieben Jahren kämpft der SV Wilhelmshaven, Tabellenfünfzehnter der Regionalliga Nord, gegen den Weltfußballverband Fifa. Bislang wurde der Kampf ausschließlich vor den Sportgerichten ausgetragen. Die Fifa führt demnach immer noch. Allerdings könnte sich das Blatt bald wenden. Der SV wechselt den Spielort, sodass jetzt das Landgericht Bremen entscheidet. Verhandelt wird am Freitag, den 25.April 2014. Auslöser für den Streit war eine Rechnung in Höhe von 157.500 Euro gemäß Fifa-Statuten. So soll sich der SV Wilhelmshaven an den Ausbildungskosten für Sergio Sagarzazus beteiligen. Der Spieler wurde 2007 zum SV geholt. Erst als er den Verein längst wieder verlassen hatte, forderten River Plate und Atlético Excursionistas das Geld ein.

Die sogenannte Ausbildungsentschädigung entspricht zwar den Vorschriften der Fifa, jedoch gelten vor den Zivilgerichten andere Gesetze, welches auch schon der Fall „Pechstein“ beispielhaft zeigte. So garantiert die Verfassung mit Artikel 12 des Grundgesetzes die Berufsfreiheit. Viele Juristen sehen durch eine Ausbildungsentschädigung diese Grundfreiheit gefährdet. Bereits in einem Verfahren von 2005 urteile das Oberlandesgericht Oldenburg in einem vergleichbaren Fall: „Die Regel verletzt das Recht der Fußballer, ihren Beruf frei zu wählen.“ Auch der Europäische Gerichtshof hat klargestellt, dass allenfalls tatsächliche Kosten bei einer Ausbildungsentschädigung berücksichtigt werden dürfen.

Die Fifa ist der Meinung, dass die Regeln des Verbandes für alle gelten müssten, da ein internationaler Verband nicht die Gesetze von zweihundert Ländern berücksichtigen könnte. Seitens des DFB heißt es: „Internationale Rechtsbeziehungen im Sport können nur funktionieren, wenn sich alle Beteiligten zu einem gemeinsamen Regelwerk bekennen und sich nicht nur dann daran gebunden fühlen, wenn sie sich einen Vorteil davon versprechen.“ Der Anwalt des SV Wilhelmshaven, Harald Naraschewski, argumentiert hierauf: „Wenn die Fifa die Idee aus dem Iran übernehmen würde, Spieler nach Niederlagen auszupeitschen – müssten wir das dann auch?“ Zudem stellt er zutreffend fest: „Stellen Sie sich mal vor ein Betrieb will einen Maurerlehrling übernehmen und soll einem anderen Betrieb 50.000 Euro für dessen Ausbildung zahlen!“ Dies wäre ein großer Nachteil für den Maurer und würde dessen berufliche Laufbahn und Jobsuche stark beeinflussen. „Warum soll das im Fußball anders sein?“

Darüber hinaus macht Naraschewski darauf aufmerksam, dass dem SV aufgrund des langen Prozesses bereits ein Schaden entstanden sei. Durch die Strafe des wiederholten Punktabzuges ist die Begeisterung für den Verein gesunken und Zuschauer blieben zu Hause. Auch wären Verhandlungen mit Sponsoren erschwert worden. Er sieht die Existenz des Vereins bedroht und erwägt mittlerweile sogar eine Schadensersatzklage. Es bleibt demnach abzuwarten, wie die ordentlichen Gerichte die Sachlage beurteilen.

Prof. Dr. Steffen Lask

Wiederholungstäter: Abermals Geldstrafe für Sportdirektor Völler

Bereits 2005 legte sich Rudi Völler nach einem Spiel gegen den Vfl Wolfsburg erstmalig mit einem Schiedsrichter an. Damals konnte er sich mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) einigen und musste keine Strafe zahlen, sondern spendete 3.000 €. Schon im Oktober 2011 wurde Rudi Völler dann jedoch zur Kasse gebeten. Er übte erneut Kritik an einem Schiedsrichter, Günter Perl, und wurde für diese zu einer Geldstrafe von 10.000 € verurteilt.

Nun muss der Sportdirektor des Bayern Leverkusen abermals Strafe zahlen. Nach dem Bundesliga-Spiel beim Hamburger SV (1:2) attackierte der 53. Jährige zum dritten Male einen Schiedsrichter, hier Bastien Dankert, scharf: „Der 13. Mann des HSV war Herr Dankert. Wenn der HSV den Antrag stellt, dass Herr Dankert noch eines der letzten Spiele pfeift, werden sie definitiv nicht absteigen“.  Reaktion war die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens „wegen unsportlichen Verhaltens“. In seiner Stellungnahme gab der Sportdirektor an, dass ein spontaner Gefühlsausbruch Grund für die getätigten Aussagen war: „Eigentlich wollte ich dazu nichts mehr sagen. Dann wurde ich telefonisch in die Sendung zugeschaltet. Als ich die Bilder noch mal sah, ist es noch mal in mir hochgekommen. Es waren zwei klare Elfmeter, wir hätten das Spiel gewonnen“. Das DFB-Sportgericht verurteilte Völler im Ergebnis zu einer Geldstrafe in Höhe von 8.000 €. Der Wiederholungstäter hat das Urteil akzeptiert.

Prof. Dr. Steffen Lask

 

Haftreduzierung für Ante Sapina

Das Landgericht Bochum hat den geständigen Wettbetrüger Ante Sapina in einem zweiten Verfahren zu 5 Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte die erste Entscheidung aufgehoben und an das Landgericht zurückverwiesen. Im ersten Urteil war eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 6 Monaten ausgesprochen worden. Aufklärungshilfe seitens des 38-jährigen Berliners sei der Grund für die Herabsetzung. „Herr Sapina hat in seinen Vernehmungen eine Vielzahl von Details preisgegeben“, erklärte der Vorsitzende Carsten Schwadrat.

Strafschärfend hingegen wirkte sich der Umstand aus, dass gegen Sapina bereits im Jahr 2005 im Rahmen eines anderweitigen Wettskandals eine Haftstrafe von 2 Jahren und 11 Monaten verhängt wurde. Der Angeklagte habe aus der ersten Veruteilung nichts gelernt, so Schwadrat. Zudem handle es sich um schwere Wirtschaftskriminalität.

Ante Sapina soll mittels einer Londoner Firma, mindestens zwei Komplizen und hohen Einsätzen auf dem asiatischen Wettmarkt Gewinne in Höhe von mehr als 4.3 Millionen EUR erzielt haben. Er gilt als Zentralfigur mehrfacher Wettbetrugsaffären im Fußball. In unabsehbarer Zukunft könnte Sapinas Wissen dem Sport wohl allerdings auch zugutekommen. Er biete sich nunmehr an, bei der Entwicklung einer Software zur Entdeckung von Wettmanipulationen mitzuhelfen. Angesichts seiner Rückfallanfälligkeit erscheint dieses Angebot derzeit wohl kaum glaubhaft, dürfte aus sportlicher Sicht jedoch kaum auszuschlagen sein.

Dennis Cukurov / Prof. Dr. Steffen Lask

(Doping-)Wunder von Bern?

Der Sporthistoriker und Journalist Erik Eggers hat sich dem Wunder von Bern in einer Forschungsarbeit angenommen. Im Zuge seines dreijährigen Forschungsprojekts „Doping in Deutschland“, welches er auf Anstoß des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gemeinsam mit Kollegen aus Münster und Berlin betreibt, sollen Verdachtsmomente ermittelt worden sein, welche den Einsatz des Aufputschmittels Pervitin bei Spielern der Weltmeisterelf von 1954 nahelegen.

Fakt ist, dass mehrere beteiligte Fußballspieler Spritzen verabreicht bekommen haben. „Die Indizien sprechen dafür, dass in ihren Spritzen kein Vitamin C war. Es könnte Pervitin gewesen sein“, so Eggers. Der Dopingverdacht ist nicht neu. Bereits kurz nach dem Endspiel tauchten erste Vorwürfe, erhoben von den unterlegenen Ungarn, auf. Weltmeister Horst Eckel erklärte diesbezüglich im Jahr 2004, die Mannschaft habe Traubenzuckerspritzen erhalten. Auf diese Weise sei eine Dosierung besser möglich gewesen. Was für ein haarsträubender Erklärungsversuch?

Jedenfalls deutet sich durch die Aufarbeitung der Dopingvergangenheit eine mögliche Erklärung an, wie es zum sensationellen 3-2-Erfolg im Finale gegen die damals scheinbar übermächtige Nationalmannschaft Ungarns kam. Dabei hatte die deutsche Elf gegen eben diese ungarische Fußballmacht in der Vorrunde noch 3-8 verloren. Angesichts des Umstands, dass neben Eckel lediglich Hans Schäfer als Überlebender verblieben ist und das Ereignis vor nunmehr knapp 60 Jahren stattfand, wird dieses Fußballkapitel wohl unklar bleiben.

Dennis Cukurov / Prof. Dr. Steffen Lask

Strafverfahren Uli Hoeneß – Urteil

Das Urteil steht: Haftstrafe! Uli Hoeneß muss für 3 Jahre und 6 Monate ins Gefängnis. Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt.

Dennis Cukurov / Prof. Dr. Steffen Lask

Strafverfahren Uli Hoeneß – Prof. Dr. Steffen Lask bei N24

Dennis Cukurov / Prof. Dr. Steffen Lask

Strafverfahren Uli Hoeneß – Vierter Verhandlungstag

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Mit Spannung wird der vierte und letzte Verhandlungstag vor dem Landgericht München II gegen Uli Hoeneß erwartet, der in wenigen Minuten beginnt.

Dennis Cukurov / Prof. Dr. Steffen Lask